Die schwerste Entscheidung … GT4 oder VW up!

Meine letzten Rennen in England liefen soweit ganz gut. Ich habe mich weitergehend im Mittelfeld aufgehalten und versucht so viel Erfahrung wie möglich mitzunehmen. Oft gab es einige Zweikämpfe, die ich erfolgreich gewonnen habe aber leider lief es auch nicht immer positiv. Beispielsweise habe ich nicht die Trainingszeit bekommen, die mir eigentlich zugestanden hat. So durfte ich in Silverstone insgesamt nur 10 schnelle Trainingsrunden absolvieren bevor das Rennen begonnen hat. Natürlich habe ich in Deutschland viel mit dem Simulator Zuhause geübt aber leider war die reale Trainingszeit etwas zu wenig für mich.

Naja, trotz dem ein oder anderen Tiefschlag habe ich mich nicht unterkriegen lassen und habe viel Erfahrung dadurch sammeln dürfen.

Als ich dann wieder Zuhause in Deutschland war, ging es erstmal wieder direkt auf die Heimstrecke: den Bilster Berg! Hier wurde ich direkt gebraucht und als Instruktor für das Glinicke Motorsport Team eingesetzt. Was bedeutet, dass ich nicht nur auf dem Simulator erkläre, wie sich die Strecke am Besten fahren lässt, sondern auch direkt mit im Auto sitze und Tips gebe. Seit kurzem coache ich auch nicht mehr nur im Radical SR1 sondern auch als Gruppenführerin für das geführte Fahren. Es macht mir einfach mega Spaß und ich kann damit einen kleinen Teil meiner nächste Rennsaison bezahlen. Wenn Sie also mal Lust haben mit mir zu fahren oder sich von mir coachen zu lassen, melden Sie sich einfach! Zusätzlich lerne ich auch viele neue Leute kennen, wie zum Beispiel den Comedian „Tutty Tran“. Wir haben uns auf einem Event kennengelernt und ich habe ihn ein paar Runden in meinem Radical mitgenommen. Ich kann nur sagen, dass es einer der lustigsten Tage mit ihm waren und wir sogar planen, eventuell mal ein Video zusammen zu drehen.

Zusätzlich habe ich dieses Jahr die Chance mit einem VW up! GTI im Tourenwagen Junior Cup anzutreten. Ich bin schon einige Runden mit diesem Auto auf dem Bilster Berg gefahren und es ist wirklich in kleiner Flitzer. Hierbei ist es nur ein wenig schwierig sich auf das Fahrverhalten eines frontangetriebenen Autos einzuschießen, da ich bisher nur heckangetriebene gefahren bin. Das Mechaniker Team und ich haben aber trotzdem gut zusammengearbeitet und uns mehr als gut verstanden. Deswegen bin ich auch gleich mit dem Teamchef Torsten Balk zu einem Rennen mitgefahren, um mir den ganzen Ablauf mal anzuschauen.

Ja, da ich für mein nächstes Rennjahr aber nicht wieder so wenig Trainingszeit haben wollte, haben mein Vater und ich die Initiative ergriffen und sind schonmal privat mit dem SR1 auf ein paar Rennstecken gefahren, die in dem Cup bestritten werden sollen. Ganz besonders für mich war in diesem Sinne Oschersleben. Ich bin dort angereist mit meinem Vater und Trainer Steffen Helmert und hatte erstmal ein mulmiges Gefühl im Bauch, weil ich nicht wirklich wusste ob dieser Tag ein Erfolg werden würde. Naja, ich zog meinen Rennanzug an, holte meinen Helm und setzte mich ins Auto, mein Trainer auf dem Beifahrersitz… Die ersten Runden waren sehr langsam und ich habe versucht, mich an ein etwas schnelleres Auto zu hängen. Als der erste Stint vorbei war, wechselten Steffen und ich die Plätze. So zeigt er mir immer erstmal wie man auf der Strecke fährt und wie schnell man dann doch durch die Kurven kommt. Er fährt wieder in die Box zurück und ab diesem Zeitpunkt lief alles mehr als perfekt. Ich wurde jede Runde schneller und schneller. Es hieß irgendwann nur noch „Sally reinkommen, Datenanalyse und wieder raus“. Mein Vater war sehr stolz und das aller beste war, dass ich eine ganz kurze Zeit schneller war als Steffen.. aber er konnte das natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Also hüpfte er in das Auto, fuhr ein paar Runden und zeigte mir, dass an diesem Tag nicht die Zeit gekommen war, an dem ich schneller bin als er. In den letzten Runden habe ich alles gegeben aber mir hat ein klitzekleiner Atemzug auf ihn gefehlt. Was ich aber niemals vergessen werde ist, als ich rauskam.

Steffen kam zu mir, klopfte mir auf dem Helm und sagte: „Glückwunsch, du warst offiziell so nah an mir dran, wie noch keiner vor dir“. Ich habe so gestrahlt aber habe auch, als ich zu meinem Vater geschaut habe, gemerkt, dass ich nicht die einzige war. Da der Tag aber auch nicht einfache so zu Ende gehen durfte, habe ich sogar noch jemanden besonderes kennengelernt. Der GT4 Rennfahrer Dominique Schaak kam nämlich zu mir und sprach mich bezüglich des Radicals an. Wir hatten vorher über Instagram schon etwas Kontakt, weswegen wir uns erkannt haben. Dementsprechend hat es ihn sehr beeindruckt wie ich gefahren bin und er hat mir tatsächlich angeboten in seinem Mercedes AMG GT4 einen Testtag bestreiten zu dürfen. Eeeeeeehhm… aber sowas von! Also hat er mich einige Zeit später seinem Team vorgestellt und wir haben einen Termin auf dem Hockenheimring festgelegt.

Nach viel Training auf dem Simulator komme ich schließlich auf dem Ring an. Das EastSide Motorsport Team hat mich herzlich begrüßt und ich habe mich direkt wohl gefühlt. Leider hat es etwas geregnet, was bedeutet, dass die Strecke noch etwas nass gewesen ist. So durfte ich meine ersten Einfahrrunden mit Regenreifen fahren und ich muss sagen, dass es wirklich sehr gut lief. Ich habe direkt gemerkt, dass der Simulator mir hier viel geholfen hatte, weil es eben das gleiche Auto simuliert hat und ich fast sogar alles auf die echte Rennstrecke adaptieren konnte. Es war der Wahnsinn. Nachdem ich also wieder in die Box gekommen bin, schaut mich mein Vater ganz verdutzt an und fragt, wie ich es angestellt habe, jetzt schon ganz schön zügig unterwegs zu sein. In der nächsten Runde wurde es auf trockener Strecke mit Slicks sogar um einiges schneller. Zwischen meinen Fahrten gab es immer Pause für die Datenanalyse, bei der mir erklärt wurde, was ich gut mache aber was ich auch noch verbessern kann. Hier hat sich auch gezeigt, dass ich sehr gut mit dem ganzen Team klargekommen bin, was mich sehr gefreut hat.

Folglich bin ich dann von Runde zu Runde immer schneller geworden. Es ist einfach ein unglaubliches Gefühl für mich, da ich ohne viel Hilfe, mit einem neuen Fahrzeug, das erste Mal auf Slicks und auf einer neuen Strecke wirklich schon echt schnell geworden bin. Mein Vater hat irgendwann nicht mehr aufgehört zu staunen und ich glaube das Team war auch sehr positiv überrascht.

Allgemein hat sich das Auto auch sehr sicher angefühlt und ich habe schnell angefangen Vertrauen aufzubauen, was mir nicht immer ganz so leicht gefallen ist. Aber auch die Rückmeldung von dem Auto und dem Team haben mir eben viel Sicherheit gegeben und ich bin mega strahlend und sehr stolz aus dem Auto ausgestiegen. Insgesamt bin ich an dem Tag sogar 49 Runden gefahren, was über 200 km entspricht. Meine Bestzeit liegt bei 1:53 und das alles mit gebrauchten Reifen. Nicht schlecht würde ich mal behaupten.

Rückblickend kann ich also nur sagen, dass es eine sehr erfolgreiche Zeit war und ich jetzt aber vor einer schweren Entscheidung stehe… und zwar: GT4 oder VW up! Aber egal wie ich mich entscheide, ist es mir dieses Jahr extrem wichtig Sponsoren zu finden. Alleine lässt es sich unmöglich finanzieren. Hierbei geht es mir vor allem nicht nur darum Werbung über Sozial Media zu machen oder Logos auf Auto und Anzug zu drucken, mir geht es auch darum mehr Menschen für den Motorsport zu begeistern. Denn bei Sponsoring geht es nicht nur um Media sondern auch um exklusive Events nur für Sie!

Es ist soweit… die ersten Rennen

Endlich ist es soweit! Ich habe es geschafft bei meiner ersten richtigen Rennsaison antreten zu dürfen. Dieses Jahr finden meine Rennen komplett in England statt, wo ich für das Radical Works Team am Radical SR1 Cup antrete. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich sehr aufgeregt war, als mir klar wurde, dass alles wirklich passiert und […]

2021 – Was eine Saison

Ich kann gar nicht glauben, wie schnell dieses Jahr vorüber gegangen ist. Kaum hat man das neue Jahr begrüßt, schon steht wieder ein Neues vor der Tür. Aber dafür habe ich dieses Jahr einige Lektionen dazu gelernt. Allgemein habe ich natürlich mein Training auf dem Bilster Berg fortgesetzt. Einige gute Zeiten haben wieder bewiesen, dass […]

Das Jahr geht zu Ende…

In diesem Jahr ist viel passiert. Das erste Mal im Rennauto mitfahren, das erste Mal alleine im Rennauto sitzen und dann noch top Rundenzeiten hinlegen…

GDPR Cookie Consent mit Real Cookie Banner